Unterwegs mit dem Wind
von Wolgast auf den Högakull

August 2026

Mit dem Wind ... 


… über die Ernährung im Sommer sinniert. Leicht, vitaminreich und gesund sollte sie sein und nach Möglichkeit aus natürlichen Zutaten bestehen. Regional wäre schon gut, damit die Umwelt nicht belastet wird. Ja, und schmecken sollte das Ganze auch noch. Schwierig, denken Sie? Aber nein! Die einzig wahre Antwort auf die beste Ernährung im Sommer setzt sich aus drei Buchstaben zusammen: EIS! Nur über die Sorte lässt sich diskutieren. Klassische Schokolade oder Vanille, eher innovative Sorten wie Salted Caramel, Peppermint oder Engel-Blau, oder vielleicht gar ein Sorbet? Softeis oder die klassische Kugelform ist mir eigentlich ziemlich egal. Hauptsache kühl, süß und lecker!
Wenn Sie jetzt kritisch anmerken, dass sich mein eisgekühltes Ernährungsprogramm so gar nicht mit den anfangs aufgestellten Kriterien in Einklang bringen lässt, möchte ich entschieden widersprechen. So ein Eiskügelchen wiegt fast nichts. Erst recht das Sorbet. Luft, sag‘ ich Ihnen! Und das ein oder andere Vitamin lässt sich bei einer genauen Analyse der Zutaten bestimmt auch noch entdecken. Außerdem hole ich mir mein Eis natürlich in der örtlichen Eisdiele und lasse es mir – schon aus ganz praktischen Erwägungen – nicht von Amazon liefern oder aus Italien zuschicken. Regionaler geht’s doch gar nicht!
Das entscheidende Kriterium aber, das eine Portion Eis jeden Sommer an die Spitze meiner persönlichen Ernährungspyramide katapultiert, ist ja wohl klar: EIS SCHMECKT! Und ganz besonders gut, wenn die Temperaturen, ob infolge der Klimaerwärmung oder einer klassischen Hitzewelle, im Sommer die 30° -Marke erreichen.
Den Skandinaviern, die uns Deutsche beim Pro-Kopf-Eisverzehr locker in die Tasche stecken, schmeckt ihr Sommereis übrigens auch bei Schmuddelwetter und deutlich niedrigeren Temperaturen. Die brauchen dazu scheinbar gar kein richtiges Sommerwetter.
Das sieht ein großer Teil der hiesigen Bevölkerung ganz anders. Während sich bei Sonnenschein die Warteschlange an der örtlichen Eisdiele bis um die nächste Straßenecke schlängelt, kann der Eismann bei schlechtem Wetter ruhig ein Stündchen länger schlafen. Da verirrt sich bestenfalls einer der raren Sommerurlauber aus Dänemark oder Finnland in seinen Laden.
Wir haben sie einfach in uns, diese einschränkende „Wenn-Dann-Haltung“. Wenn das Wetter schön ist, dann wird Eis gegessen. Sonst nicht. Basta. Ein verregneter Sommer, und dem deutschen Eisverkäufer droht der Konkurs, während sein schwedischer Kollege auch bei Mistwetter auf einen soliden Umsatz bauen kann.
Vielleicht sollten wir einfach mal über eine Umkehr unserer unflexiblen „Wenn-Dann-Haltung“ nachdenken. Wenn wir uns zum Beispiel an einem durchwachsenen Sommertag – ganz gegen den Trend – ein großes Eis gönnen, dann fühlt sich das gleich nach Sommer, Urlaub und Erholung an. Eine ganze Eiswaffel voller guter Laune. Und wenn das noch nicht reicht, dann probieren Sie es mit einem kunterbunten Topping. Das hilft garantiert!
Übrigens: Bei Regenwetter sparen Sie sich garantiert das Schlangestehen und der Eismann schenkt Ihnen mit Sicherheit sein Sonn(en)tags-Lächeln. Versprochen!
Und falls Sie den lieben Gott in dieser Kolumne vermissen: Der sitzt bestimmt mit einem leckeren Eis in der Hand auf der Kirchentreppe und freut sich – wie der Eismann – auf Ihren Besuch, egal ob es regnet, stürmt und hagelt, oder die Sonne scheint.